Six Sigma - Best Practice - Konference
Am Donnerstag 10.06. fand in der Fachhochschule Wiener Neustadt die Best Practice Konferenz statt, zu der Six Sigma Austria eingeladen hatte. Den Teilnehmern wurden von Unternehmensvertretern interessante und aufschlussreiche Vorträge zum Thema „Wege zur systematischen Produktionssteigerung“ geboten. Ein weiterer Schwerpunkt der während der Vortragsreihe in Erscheinung trat war die Wirtschaftskrise, deren Auswirkung und Bewältigung.
Begonnen hat die Konferenz um kurz nach neun Uhr mit einer Vorstellung der FH Wiener Neustadt und ihren Tätigkeiten durch Dr. Pramhas, Geschäftsführer der FH.
Dr. Berndt Jung, Vorstand von Six Sigma Austria, übernahm die Einführung in die Veranstaltung und stellte allen Teilnehmern den Tagesablauf vor. Er übergab dann das Wort an seinen Kollegen DI Christian Edler, der die Moderation der gesamten Veranstaltung innehatte.

Der erste Vortrag „T-Plus Two Years“ wurde von Dr. Thomas Krautzer, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Steiermark, gehalten. Im Wesentlichen beschäftigte sich der Vortrag mit den Krisenjahren und den langwierigen Auswirkungen daraus. Dr. Krautzer führte den Teilnehmern vor Augen, wie stark sich alle Bereiche des öffentlichen Lebens und der Unternehmen geändert hatten und das Feingefühl für alle betrieblichen Prozesse in Zukunft enorm wichtig wird. Flexibilitätsdruck wird die Zukunft aller heimischen Unternehmen prägen.

Nachfolgend widmete sich DI Martin Zehnder, COO Palfinger AG, dem Thema „Produktivitätssteigerung trotz Krise“. Die Bewältigung von Umsatzeinbrüchen von 60% und mehr machte eine völlige Restrukturierung von Palfingers Produktion notwendig. Standardisierung der Produkte zur Komplexitätssenkung, Kundenbezogene Fertigung, Arbeitszeitmodelle mit hoher Flexibilität und andere innovative Konzepte waren das Ergebnis aus Palfingers Krisenbewältigung.

DI Helmut Schwarzl, Geschäftsleitung Geberit Produktions GmbH&CoKG, stellte das Produktionssystem des Konzerns vor. Die Schwerpunkte lagen dabei auf Prozessorientierung, Standardisierung und Kontinuierliche Verbesserung mit starker Orientierung zum Kunden. Dazu wurde das „House of Excellence“ eingeführt, das sich je nach Stockwerk aus verschiedenen angewandten Managementtheorien aufbaut. An der von Geberit angewandten Einführungsstrategie all dieser Konzepte konnte man die Wichtigkeit und die Hindernisse bei der Innovation erkennen.

Die „Krise als Chance für die Zukunft“ war das Thema von DI Wolfgang Vlasaty, Geschäftsleitung Zizala Lichtsysteme GmbH. Hauptthema war eine Steigerung der Mitarbeiterqualifikationen zum Thema Lean Management anstatt übermäßiger Freisetzungen. Die Ausbildung der Mitarbeiter dauerte von Mai 2009 bis Februar 2010 und wurde in verschiedene Module gegliedert. Der nachhaltige Einfluss auf die Produktionsprozesse und Arbeitsplatzorganisation durch die direkte Ausbildung der Facharbeiter gab Anstoß zu weiteren Projekten mit erweiterter Zielsetzung.

Das Produktionssystem der Knorr-Bremse GmbH wurde im Vortrag von Dr. Stefan Haas, Geschäftsführer, präsentiert. Ziele des Produktionssystems sind es Kosten und Zeit zu sparen und die Qualität zu steigern mit den Methoden des Lean Management. Dazu wurde die gesamte Produktionsstrategie auf eine Teambasis gestellt. Das Team als Einheit hält die Verantwortung für die Aufträge, die kontinuierliche Verbesserung und wird nur als gesamtes Team kennzahlenorientiert entlohnt. Die Verbesserung in allen betrieblichen Kennwerten verlangte nach einer Ausweitung des Projekts auf die administrativen Bereiche des Unternehmens.

Zum „Ideenmanagement – ein Bottom-up-Prozess zur Steigerung der Innovationskraft“ der Siemens-VAI GmbH&Co erörterte Dr. Ernest Fuhrmann die Abläufe, Ziele und Erfolge mit all den zugehörigen administrativen Herausforderungen. Das Ideenmanagement umfasst die Generierung, Sammlung, Auswahl und Prämierung geeigneter Ideen für Verbesserungen und Neuerungen von Produkten und Prozessen. Es ist ein Teil des Innovationsmanagements und besitzt Überschneidungen mit Quality Management und Human Resources Management. Da es ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur ist, ist es individuell zu gestalten.

DI Michael Stahl, Executive Vice President EPCOS OHG, widmete sich in seinem Vortrag der „Operativen Exzellenz bei den keramischen Bauelementen von TDK/EPC“. Im Vordergrund für ein leistungsfähiges Produktionssystem steht für TDK/EPC die globale Wettbewerbsfähigkeit. Dabei besteht ein ständiger Verbesserungsprozess bei der Wertschöpfungsgestaltung bei Produkt- und Prozessentwicklung und auch bei den Human Ressources. Hier wurden durchschlagende Erfolge bei der Produktivitätssteigerung und Durchlaufzeitsenkung erreicht.

Den sehr unterhaltsamen Abschluss des Tagesprogramms bildete eine Kabarettstunde mit „Die Männer“, den Wirtschaftsspezialisten unter den Kabarettisten. Die beiden Kabarettisten Max Mayerhofer und Wolf Gruber begeisterten mit einem abwechslungsreichen Programm die Anwesenden. Kaum ein Thema des unternehmerischen Alltags blieb verschont und wurde in eine Lustige Satire umgewandelt. Ein gelungener Ausklang der Veranstaltung.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Vorträge sehr tiefe Einblicke in moderne, bestens organisierte Unternehmen gebracht haben. Davon konnte sicherlich jeder Teilnehmer gut profitieren. Die Veranstaltung selbst war gut organisiert und ließ abgesehen von der Raumklimatisierung keine Wünsche offen. Nochmals möchte ich mich im Namen meiner Kollegen vom WINGnet Graz bei Six Sigma Austria für die Einladung bedanken.







